Plan & RegelnAktualisiert am 14. Oktober 20263 Min. Lesezeit

Trading-Plan erstellen: Aufbau, Checkliste und Beispiel

Ein Trading-Plan ist ein schriftliches Regelwerk, das festlegt, was du wann und wie handelst und wie viel du dabei riskierst. Er umfasst Ziele, Märkte, Zeiten, deine Setups mit Einstieg, Stop und Ziel, dein Risikomanagement, deine Verhaltensregeln und eine Routine für Vorbereitung und Auswertung. Er soll so konkret sein, dass du jeden Trade danach beurteilen kannst.

Warum du einen Trading-Plan brauchst

Ohne Plan entscheidest du jeden Trade neu und stärker aus dem Moment heraus. Ein Plan nimmt dir diese Entscheidungen ab, macht dein Handeln vergleichbar und liefert den Maßstab, an dem dein Journal misst: Habe ich nach Plan gehandelt oder nicht?

Die 8 Bausteine

1. Ziele

Formuliere Ziele, die du beeinflussen kannst, etwa „Ich handle 30 Tage lang nach meinem Plan“ statt „Ich verdiene im Monat einen bestimmten Betrag“. Ergebnisse kannst du nicht kontrollieren, dein Vorgehen schon.

2. Märkte und Instrumente

Was handelst du, und was bewusst nicht? Weniger Instrumente bedeuten, dass du sie besser kennst.

3. Zeitfenster

Wann handelst du, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten? Und wann nicht, zum Beispiel rund um wichtige Datenveröffentlichungen?

4. Setups

Beschreibe jedes Setup so, dass ein Dritter es nachvollziehen könnte: Bedingungen für den Einstieg, Platzierung des Stops, Ziel oder Ausstiegslogik. Wenige Setups sind besser als viele.

5. Risikomanagement

Wie viel riskierst du pro Trade, wie hoch darf der Verlust pro Tag sein, und wie berechnest du die Größe? Siehe Positionsgröße berechnen und Risk-Reward-Verhältnis berechnen.

6. Regeln für dein Verhalten

Tageslimits, Pausen nach Verlusten, Zeitfenster. Wie du solche Regeln aufstellst, steht in Trading-Regeln aufstellen.

7. Routine

Vorbereitung vor dem Handel (Termine, Marktlage, Plan für den Tag), Ablauf während des Handels und Nachbereitung mit Journal-Eintrag.

8. Auswertung und Anpassung

Wann überprüfst du den Plan, zum Beispiel wöchentlich und einmal im Quartal, und anhand welcher Kennzahlen?

Kurzes Beispiel (fiktiv)

  • Ziel: Die nächsten 30 Handelstage jeden Trade nach Plan ausführen und im Journal erfassen.
  • Markt: ein Index-Future, sonst nichts.
  • Zeitfenster: 15:30 bis 18:00 Uhr, keine Trades in den Minuten rund um wichtige Datenveröffentlichungen.
  • Setup A: Rücksetzer in einen Trend, Einstieg nach Bestätigungskerze, Stop unter dem letzten Tief, Ziel mindestens doppelt so weit wie der Stop.
  • Risiko: fester Prozentsatz des Kontos pro Trade und ein festes Verlustlimit pro Tag.
  • Regeln: höchstens drei Trades pro Tag, nach zwei Verlusten in Folge Schluss, Pause nach jedem Verlust.
  • Routine: Vorbereitung vor Handelsbeginn, Journal direkt nach jedem Trade, Wochen-Review am Sonntag.

Das Beispiel ist bewusst kurz und frei gewählt. Dein Plan muss zu deinem Markt, deinem Konto und deinem Alltag passen.

Checkliste: Ist dein Plan gut genug?

  • Er passt auf eine Seite.
  • Jedes Setup ist so beschrieben, dass Einstieg, Stop und Ziel eindeutig sind.
  • Risiko pro Trade und pro Tag sind als feste Werte festgelegt.
  • Du kannst aus dem Journal ablesen, ob du dich an den Plan gehalten hast.
  • Es steht drin, wann du nicht handelst.
  • Er enthält einen festen Zeitpunkt für die Auswertung.

Den Plan testen

Teste neue Pläne zuerst im Demokonto oder mit sehr kleiner Größe und halte jeden Trade im Journal fest. Erst wenn du den Plan über eine ausreichend große Zahl an Trades eingehalten hast, kannst du beurteilen, ob er funktioniert. Wie du dein Journal dafür aufbaust, steht in Trading Journal führen.

Typische Fehler beim Trading-Plan

  • Zu vage: „Ich handle nur gute Setups“ lässt sich nicht prüfen.
  • Zu lang: Ein Plan, den du nicht im Kopf hast, nützt im Handel nichts.
  • Nicht befolgt: Der beste Plan hilft nicht, wenn du ihn ignorierst. Miss deshalb, wie oft du dich an ihn hältst.
  • Ständig geändert: Wer nach jedem Verlust den Plan umwirft, erfährt nie, ob er funktioniert.

Plan und Auswertung zusammenbringen

Hinterlege in tradeble deine Setups und Tags und werte aus, welche Setups wirklich funktionieren. Die Aufschlüsselung nach Setup zeigt dir, welches Setup dein Konto trägt und welches nur Geld kostet. Mit eigenen Regeln (ab dem Pro-Tarif) prüft tradeble automatisch, ob du dich an deine Verhaltensregeln gehalten hast.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Trading-Plan sein?

So kurz, dass du ihn kennst, meist eine Seite. Was du im Handel nicht abrufen kannst, hilft dir dort nicht.

Was gehört in einen Trading-Plan?

Ziele, Märkte, Zeitfenster, Setups mit Einstieg, Stop und Ziel, Risikomanagement, Verhaltensregeln, Routine und ein Termin für die Auswertung.

Wie oft sollte ich meinen Trading-Plan überarbeiten?

In einem festen Rhythmus, zum Beispiel einmal im Quartal, und nur auf Basis deiner Journal-Daten. Änderungen mitten in einer Verlustserie sind meist Reaktionen auf Emotionen, keine Verbesserungen.

Brauche ich als Einsteiger einen Trading-Plan?

Gerade dann. Ein einfacher Plan mit wenigen klaren Regeln schützt vor typischen Anfängerfehlern wie zu großen Positionen und Trades ohne Stop.

Prüfe, ob du nach deinem Plan handelst

Werte nach Setup aus und lass deine Regeln automatisch prüfen. So siehst du, ob dein Plan in der Praxis funktioniert.

7 Tage kostenlos testenZahlungsmethode erforderlich, jederzeit kündbar.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Bildung. Er ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, bestimmte Finanzinstrumente zu kaufen oder zu verkaufen. Trading ist mit einem erheblichen Verlustrisiko verbunden, du kannst dein eingesetztes Kapital ganz oder teilweise verlieren. Alle Zahlen in den Beispielen sind frei gewählt und dienen nur der Veranschaulichung.