KennzahlenAktualisiert am 14. Oktober 20263 Min. Lesezeit

Risk-Reward-Verhältnis (CRV) berechnen, mit Rechner

Das Risk-Reward-Verhältnis (Chance-Risiko-Verhältnis, CRV) zeigt, wie viel du pro riskierter Einheit gewinnen kannst. Du berechnest es, indem du den Abstand vom Einstieg zum Ziel durch den Abstand vom Einstieg zum Stop teilst. Liegt dein Ziel dreimal so weit entfernt wie dein Stop, beträgt das CRV 3 : 1.

Die Formel

CRV = |Ziel − Einstieg| ÷ |Einstieg − Stop|

Der Zähler ist die mögliche Chance, der Nenner das Risiko. Die senkrechten Striche bedeuten, dass nur der Abstand zählt, nicht das Vorzeichen. So funktioniert die Formel für Long und Short gleichermaßen.

Beispiel für einen Long-Trade

Einstieg 100, Stop 98, Ziel 106. Risiko: 100 − 98 = 2. Chance: 106 − 100 = 6. CRV = 6 ÷ 2 = 3 : 1.

Beispiel für einen Short-Trade

Einstieg 100, Stop 103, Ziel 91. Risiko: 103 − 100 = 3. Chance: 100 − 91 = 9. CRV = 9 ÷ 3 = 3 : 1.

Rechner: CRV und Break-even-Winrate

Gib Einstieg, Stop und Ziel ein. Optional kannst du deine Winrate eintragen und siehst den Erwartungswert pro Trade in R.

Chance-Risiko-Verhältnis (Long)

3 : 1

Risiko pro Einheit
2
Chance pro Einheit
6
Break-even-Winrate
25 %
Erwartungswert pro Trade
+0,6 R

Rechenhilfe ohne Gewähr, keine Anlageberatung. Gebühren, Spread und Slippage sind nicht enthalten. Der Erwartungswert ist ein Durchschnitt über viele Trades und sagt nichts über den einzelnen Trade.

Was das CRV über deine nötige Winrate sagt

Je höher das CRV, desto weniger Trades musst du gewinnen, um nicht im Minus zu landen. Die Break-even-Winrate ist 1 ÷ (1 + CRV), vor Gebühren. Bei einem CRV von 1 : 1 sind es 50 Prozent, bei 2 : 1 gut 33 Prozent, bei 3 : 1 genau 25 Prozent. Die ganze Tabelle samt Beispielen findest du im Artikel Winrate berechnen.

Den Erwartungswert in R berechnen

Wenn du dein Risiko pro Trade als 1 R definierst, ergibt sich der Erwartungswert pro Trade in R so: Winrate × CRV − (1 − Winrate) × 1. Beispiel: Winrate 40 %, CRV 2. Erwartungswert = 0,4 × 2 − 0,6 × 1 = 0,8 − 0,6 = +0,2 R pro Trade, vor Gebühren. Das ist ein Durchschnitt über viele Trades, keine Garantie für den einzelnen Trade.

Wie du Stop und Ziel sinnvoll festlegst

Das CRV ist nur so gut wie die Punkte, die du einsetzt. Zwei Orientierungen, die viele Trader nutzen:

  • Stop: hinter eine Marke, an der deine Trade-Idee nicht mehr stimmt, zum Beispiel hinter das letzte Tief bei einem Long-Trade. Alternativ kannst du den Abstand an der üblichen Schwankungsbreite des Marktes ausrichten, etwa mit dem Average True Range (ATR), damit normales Kursrauschen dich nicht sofort ausstoppt.
  • Ziel: vor das nächste Hindernis, etwa einen früheren Hochpunkt oder eine bekannte Unterstützung oder einen Widerstand. Liegt dort ein Hindernis, bevor dein Ziel erreicht ist, ist das berechnete CRV in der Praxis meist zu optimistisch.

Lege erst Stop und Ziel nach der Marktstruktur fest und berechne dann das CRV, nicht umgekehrt. Passt das Verhältnis nicht, ist der Trade nicht schlecht, sondern schlicht keiner für dich. Dann lässt du ihn aus.

Geplantes und tatsächliches CRV

Im Plan steht ein CRV von 3 : 1, in der Realität schließt du den Trade oft früher oder wirst am Stop ausgestoppt. Entscheidend ist deshalb das realisierte CRV: Wie viel hast du im Durchschnitt tatsächlich gewonnen und wie viel verloren? Das erkennst du nur, wenn du jeden Trade im Journal mit Stop, Ziel und Ausstieg erfasst. Wie das geht, steht in Trading Journal führen.

Häufige Fehler beim CRV

  • Den Stop absichtlich zu eng setzen, nur damit das CRV gut aussieht. Der Stop gehört dorthin, wo deine Trade-Idee ungültig wird.
  • Das Ziel unrealistisch weit setzen. Ein hohes CRV hilft wenig, wenn der Kurs dein Ziel selten erreicht.
  • Gebühren und Spread vergessen. Sie vergrößern das Risiko und verkleinern die Chance, besonders bei engen Stops.
  • Das CRV nach dem Einstieg ändern, zum Beispiel den Stop weiter weg schieben.

Vom CRV zur Positionsgröße

Das CRV sagt dir, ob sich ein Trade lohnt. Wie viele Stück, Lots oder Kontrakte du dafür handelst, bestimmt dein Risikobetrag. Das erklärt der Artikel Positionsgröße berechnen.

Häufige Fragen

Was ist ein gutes Risk-Reward-Verhältnis?

Einen festen Wert gibt es nicht. Häufig wird 1 : 2 oder höher genannt, entscheidend ist aber das Zusammenspiel mit deiner Winrate. Ein CRV von 1 : 1 kann funktionieren, wenn die Winrate deutlich über 50 Prozent liegt.

Wie berechne ich das CRV bei einem Short-Trade?

Genauso wie bei einem Long-Trade, nur mit umgekehrten Vorzeichen: Risiko = Stop − Einstieg, Chance = Einstieg − Ziel. Das CRV ist Chance geteilt durch Risiko.

Muss ich immer ein CRV von mindestens 1 : 2 haben?

Nein. Es kommt auf die Kombination aus CRV und Trefferquote an. Eine feste Mindestgrenze ist eine persönliche Regel, die du aus deinen eigenen Daten ableiten kannst.

Wie hängen CRV und Positionsgröße zusammen?

Das CRV bewertet die Qualität eines Trades, die Positionsgröße steuert, wie viel Geld du damit riskierst. Beides gehört in deinen Plan.

Geplantes und tatsächliches CRV im Blick behalten

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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Bildung. Er ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, bestimmte Finanzinstrumente zu kaufen oder zu verkaufen. Trading ist mit einem erheblichen Verlustrisiko verbunden, du kannst dein eingesetztes Kapital ganz oder teilweise verlieren. Alle Zahlen in den Beispielen sind frei gewählt und dienen nur der Veranschaulichung.