JournalAktualisiert am 14. Oktober 20263 Min. Lesezeit

Trading Journal Vorlage: Vor- und Nachteile von Excel & Co.

Eine Trading Journal Vorlage ist eine vorbereitete Tabelle, in der du jeden Trade in eine Zeile einträgst und Kennzahlen wie Gewinn, Winrate und Drawdown per Formel berechnen lässt. Sie ist kostenlos, flexibel und ein guter Start. Ihre Grenzen zeigen sich bei vielen Trades, mehreren Konten und der Auswertung nach Setups oder Uhrzeiten.

Diese Spalten gehören in eine gute Vorlage

Mit der folgenden Struktur baust du dir in wenigen Minuten selbst eine Vorlage in Excel oder Google Sheets:

SpalteInhaltWozu
Datum / UhrzeitEinstieg und AusstiegAuswertung nach Wochentag und Tageszeit
Instrumentz. B. Aktie, Währungspaar, FutureVergleich der Märkte
RichtungLong oder ShortErgebnisse je Richtung
Einstieg / Stop / ZielPreise laut PlanRisiko und Chance pro Trade
Ausstiegtatsächlicher PreisAbweichung vom Plan
GrößeStück, Lots oder KontrakteRisiko und Gewinn berechnen
GebührenKommission, Spread, SwapErgebnis nach Kosten
Ergebnisin GeldBasis aller Kennzahlen
R-MultipleErgebnis geteilt durch das eingesetzte RisikoTrades untereinander vergleichen
SetupAuswahllisteWelches Muster funktioniert?
Notiz / EmotionFreitext, ein WortPsychologische Muster erkennen
Plan befolgt?Ja / NeinDisziplin messen

Nützliche Formeln für deine Tabelle

  • Ergebnis eines Long-Trades: (Ausstieg − Einstieg) × Größe − Gebühren. Bei Short-Trades drehst du die Differenz um. Bei Futures und CFDs kommt der Wert pro Kurspunkt hinzu.
  • R-Multiple: Ergebnis geteilt durch das Risiko, das du im Trade eingegangen bist (Abstand zum Stop × Größe).
  • Winrate: Anzahl der Gewinntrades geteilt durch die Anzahl aller Trades. Mehr dazu in Winrate berechnen.
  • Profit-Faktor: Summe aller Gewinne geteilt durch die Summe aller Verluste (als positive Zahl).
  • Drawdown: der Abstand zwischen dem bisherigen Höchststand deines Kontos und dem aktuellen Stand.

Vorteile einer Tabellen-Vorlage

  • Kostenlos und sofort einsatzbereit
  • Du bestimmst jede Spalte und jede Formel selbst
  • Deine Daten liegen in einer Datei, die du kontrollierst
  • Gut geeignet, um herauszufinden, was du überhaupt festhalten willst

Nachteile und Grenzen

  • Handarbeit: Jeder Trade muss einzeln eingetragen werden, und Fehler in Formeln fallen oft erst spät auf.
  • Auswertung wird aufwendig: Aufschlüsselungen nach Setup, Uhrzeit oder Instrument erfordern Pivot-Tabellen und etwas Übung.
  • Keine Screenshots: Bilder lassen sich in Tabellen nur umständlich verwalten.
  • Kein Import: Trades aus dem Broker musst du selbst umformatieren.
  • Mehrere Konten und Mobilgeräte: Das wird schnell unübersichtlich.

Wann eine Vorlage reicht und wann nicht

Eine Tabelle reicht, wenn du wenige Trades pro Woche machst, gerade erst anfängst oder ausprobieren willst, ob Journalführung zu dir passt. Wenn du viele Trades machst, mehrere Setups vergleichst oder Screenshots und Notizen sauber ablegen willst, spart dir eine App viel Zeit. Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du im Artikel Trading Journal App oder Excel.

Tipps für den Aufbau deiner Vorlage

  • Nutze Dropdown-Listen für Setup, Richtung und Emotion. So bleiben die Einträge einheitlich.
  • Färbe Gewinne grün und Verluste rot (bedingte Formatierung), dann siehst du Serien auf einen Blick.
  • Lege ein eigenes Blatt für Kennzahlen an, das nur liest und nie von Hand verändert wird.
  • Speichere regelmäßig eine Sicherheitskopie.
  • Starte mit wenigen Spalten. Wie du ein Journal Schritt für Schritt aufbaust, steht in Trading Journal führen.

Von der Tabelle zur App wechseln

Wenn deine Tabelle zu unübersichtlich wird, musst du nicht von vorn beginnen. Exportiere sie als CSV-Datei: tradeble importiert CSV-Dateien und schlägt die Zuordnung der Spalten per KI vor. So nimmst du deine bisherigen Trades mit. Wie der Import abläuft, steht in Trades exportieren und importieren.

Häufige Fragen

Gibt es eine kostenlose Trading Journal Vorlage?

Ja, es gibt viele kostenlose Vorlagen, ihre Qualität ist aber sehr unterschiedlich. Die Spaltenliste in diesem Artikel reicht, um dir in wenigen Minuten eine eigene Vorlage zu bauen, die genau zu deinem Handel passt.

Excel oder Google Sheets?

Beides funktioniert. Google Sheets läuft im Browser und ist von überall erreichbar, Excel bietet mehr Funktionen für große Datenmengen. Entscheidend ist die Struktur, nicht das Programm.

Kann ich meine Tabelle später in eine App übernehmen?

In der Regel ja, wenn du sie als CSV exportierst. tradeble importiert CSV-Dateien und schlägt die Spaltenzuordnung vor. Prüfe nach dem Import, ob Anzahl und Summe der Trades stimmen.

Wie viele Spalten sollte meine Vorlage haben?

So wenige wie möglich. Beginne mit den Pflichtfeldern aus der Tabelle oben und ergänze nur, was du wirklich auswertest.

Keine Lust auf Formeln?

tradeble berechnet Kennzahlen, Kalender und Auswertungen automatisch. Importiere deine Trades und teste es 7 Tage kostenlos.

7 Tage kostenlos testenZahlungsmethode erforderlich, jederzeit kündbar.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Bildung. Er ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, bestimmte Finanzinstrumente zu kaufen oder zu verkaufen. Trading ist mit einem erheblichen Verlustrisiko verbunden, du kannst dein eingesetztes Kapital ganz oder teilweise verlieren. Alle Zahlen in den Beispielen sind frei gewählt und dienen nur der Veranschaulichung.